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Technik & Training

Padel-Training: was du üben solltest — und in welcher Reihenfolge

Von der padelschlaeger-vergleich.de Redaktion·Aktualisiert am ·7 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Aufwärmen von fünf bis zehn Minuten für Schultern, Handgelenke, Sprunggelenke und seitliche Bewegung gehört vor jede Einheit.
  • Wandtraining funktioniert ohne Partner und ist die günstigste Möglichkeit, Timing, Ballkontrolle und den Umgang mit dem Absprung zu verbessern.
  • Die Übung „Cross bis zum Fehler“ trainiert Konstanz und Beinarbeit besser als jedes locker heruntergespielte Trainingsmatch.
  • Eine 60-Minuten-Einheit teilt sich sinnvoll in zehn Minuten Aufwärmen, fünfzehn Grundschläge, zwanzig Schwerpunkt und fünfzehn Minuten Punktspiel.
  • Der DTB bietet laut eigenen Angaben Padel-Assistent:in 1 und 2 mit je 15 Lerneinheiten sowie seit 2025 eine C-Trainer-Lizenz mit 120 Lerneinheiten an.

Die meisten Padelspieler in Deutschland spielen ausschließlich Matches. Das ist verständlich — Matches machen Spaß, Übungen erst mal nicht — aber es ist der Hauptgrund, warum viele nach zwei Jahren noch genauso spielen wie nach drei Monaten. Im Match wiederholst du, was du kannst. Im Training lernst du, was du nicht kannst.

Dieser Text ist als Praxisanleitung gedacht: erst Aufwärmen, dann konkrete Übungen, dann ein Stundenplan. Am Ende steht noch ein kurzer Abschnitt zur Trainerausbildung in Deutschland — falls du irgendwann von der anderen Seite des Netzes aus arbeiten willst.

Wie wärmst du dich vor dem Padel richtig auf?

Fünf bis zehn Minuten mit Fokus auf Schultern, Handgelenke, Sprunggelenke und seitliche Bewegung reichen aus. Padel belastet genau diese vier Stellen überdurchschnittlich: viel Überkopf, viel Handgelenk, viele abrupte Richtungswechsel auf kurzer Distanz. Ein kalter Start in ein Match ist die vermeidbarste Art, sich den Abend zu ruinieren.

Das ist keine medizinische Aussage und kein Versprechen. Aufwärmen ist schlicht gesunder Menschenverstand, und wer bereits Beschwerden hat, klärt das mit Physiotherapeut oder Arzt statt mit einem Blogartikel.

Das Minimalprogramm vor dem Platz

  1. Zwei Minuten leichtes Einlaufen oder Seilspringen, bis der Puls oben ist.
  2. Schulterkreisen vorwärts und rückwärts, dann Armkreise groß — je 15 Wiederholungen.
  3. Handgelenke kreisen und die Unterarme dehnen, jeweils zehn Sekunden pro Seite.
  4. Sprunggelenke lockern: auf den Zehenspitzen wippen, Fuß kreisen, ein paar kleine Sprünge.
  5. Seitliche Bewegung: Side-Steps über die Breite des Courts, drei bis vier Durchgänge.
  6. Ausschlagen: die ersten Bälle bewusst locker und nur halbe Kraft, auch beim Überkopfschlag.

Besonders wichtig ist der letzte Punkt. Wer den ersten Remate des Tages mit voller Wucht schlägt, belastet eine kalte Schulter und einen kalten Ellbogen. Warum gerade der Ellbogen im Padel empfindlich ist und welche Rolle das Material dabei spielt, steht im Ratgeber zum Tennisarm beim Padel.

Alleine trainieren: Übungen an der Wand

Wandtraining ist die günstigste und unterschätzteste Trainingsform im Padel. Du brauchst nur einen freien Court, einen Ball und eine Glas- oder Betonwand. Es trainiert Timing, Ballkontrolle und die Gewöhnung an den Absprung von der Wand — die drei Dinge, die Umsteiger aus dem Tennis am meisten kosten.

  • Vorhand gegen die Wand — 30 Bälle am Stück, konstante Höhe, kein Kraftaufwand. Ziel ist Rhythmus, nicht Tempo.
  • Rückhand gegen die Wand — dieselbe Übung, meist deutlich unangenehmer. Genau deshalb doppelt so lange machen.
  • Abwechselnd Vor- und Rückhand — zwingt zu Beinarbeit und Griffwechsel.
  • Volley an der Wand — nah rangehen, kurze Bewegung, kein Ausholen. 20 Bälle Vorhand, 20 Rückhand.
  • Halbhohe Bälle aus dem Absprung — Ball an die Wand werfen, nach dem Absprung sauber treffen.

Zwanzig Minuten Wandtraining vor dem Match sind mehr wert als zwanzig Minuten Warmspielen. Wie du Bälle aus der eigenen Wand herausspielst, statt sie zu fürchten, vertieft der Artikel zum Wandspiel im Padel.

Zu zweit trainieren: die vier Kernübungen

Zu zweit trainierst du das, was im Match tatsächlich passiert: Volley, Bandeja, Wandausgang und Konstanz. Diese vier Übungen decken den Großteil aller Situationen ab und brauchen keine Trainerstunde.

1. Volley gegen Volley

Beide Spieler stehen einen Meter hinter dem Netz und spielen Volleys direkt zueinander. Kein Ausholen, nur Block und Führung. Startziel sind 20 Bälle am Stück, dann 40. Wer den Ball zu hart spielt, macht die Übung kaputt — der Zweck ist Kontrolle, nicht Druck.

2. Bandeja gegen Globo

Ein Spieler steht am Netz, der andere hinten und spielt fortlaufend Globos. Der Netzspieler beantwortet jeden mit einer Bandeja, nicht mit einem Remate. Nach fünf Minuten wechseln. Diese Übung ist unbeliebt und wahrscheinlich die wichtigste von allen, weil sie zwei Dinge gleichzeitig trainiert: den Schlag und die Geduld, ihn zu spielen.

3. Wandausgang unter Druck

Ein Spieler steht am Netz und spielt gezielt tiefe Bälle in die hintere Ecke. Der Verteidiger lässt sie an die Wand, arbeitet sich heraus und antwortet mit einem Globo. Zehn Bälle links, zehn rechts. Ziel ist nicht der schöne Ball, sondern der Ball, der überhaupt wieder über den Gegner hinweg kommt.

4. Cross bis zum Fehler

Der Klassiker: Beide spielen diagonal von der Grundlinie, so lange, bis einer den Fehler macht. Ihr zählt mit. Wer bei 15 Bällen liegt, hat ein Konstanzproblem; wer über 40 kommt, hat eine solide Basis. Diese Übung ist der ehrlichste Gradmesser, den es im Padel gibt, und sie kostet nichts außer Disziplin.

Wie sieht eine gute 60-Minuten-Einheit aus?

Zehn Minuten Aufwärmen, fünfzehn Minuten Grundschläge, zwanzig Minuten Schwerpunkt, fünfzehn Minuten Punktspiel. Diese Aufteilung funktioniert für zwei Personen ohne Trainer und lässt sich Woche für Woche mit einem anderen Schwerpunkt wiederholen.

Der Punktspiel-Teil am Ende ist kein Auslaufen, sondern der Zweck der ganzen Einheit. Was du in der Übung sauber triffst, musst du unter Druck noch einmal treffen — sonst bleibt es Trockenübung. Deshalb steht er am Schluss und nicht am Anfang.

  1. 0–10 Min Aufwärmen — das Minimalprogramm von oben, plus lockeres Einschlagen.
  2. 10–25 Min Grundschläge — Cross bis zum Fehler, Vorhand und Rückhand getrennt.
  3. 25–45 Min Schwerpunkt — eine einzige Sache: diese Woche Bandeja, nächste Woche Volley, dann Wandausgang.
  4. 45–60 Min Punktspiel — Punkte spielen mit einer Auflage, etwa „jeder Punkt startet mit einem Globo“.
Ein Schwerpunkt pro Einheit

Der häufigste Trainingsfehler ist, in einer Stunde vier Dinge verbessern zu wollen. Nimm eine. Vier Wochen lang dieselbe. Der Fortschritt fühlt sich langsamer an und ist messbar größer.

Wie wirst du besser, wenn du nur einmal pro Woche spielst?

Indem du diese eine Einheit strukturierst, statt sie komplett zu verspielen. Bei einem Termin pro Woche ist ein reines Match Zeitverschwendung, wenn du Fortschritt willst. Fünfzehn Minuten Übung vor dem Match kosten dich wenig und ändern über ein Jahr sehr viel.

  • Früher kommen — 15 Minuten Wandtraining, bevor die anderen da sind.
  • Ein Fokus pro Match — nur die Doppel-Position halten, sonst nichts. Nächste Woche das nächste Thema.
  • Zu Hause an der Griffhaltung arbeiten — der Continental-Griff lässt sich trocken üben.
  • Material in Ordnung halten — ein frisches Overgrip kostet drei Euro und verhindert, dass du verkrampft greifst.
  • Alle paar Monate eine Trainerstunde — ein Außenblick findet in 20 Minuten, wofür du allein ein Jahr brauchst.

Und arbeite an der Grundlage, bevor du an Spezialschlägen feilst. Wer Vorhand, Rückhand, Volley und Aufschlag nicht sauber hat, gewinnt mit einer Víbora gar nichts. Die Reihenfolge steht im Überblick zu den Padel-Grundschlägen.

Wie wird man in Deutschland Padel-Trainer?

Über die Ausbildungswege des Deutschen Tennis Bundes, die laut DTB-Angaben mit den Kursen Padel-Assistent:in 1 und 2 beginnen — jeweils 15 Lerneinheiten. Darauf aufbauend gibt es seit 2025 eine Padel-C-Trainer-Lizenz mit 120 Lerneinheiten, die zusätzlich zwei dreitägige Module umfasst.

Der DTB bewirbt die C-Lizenz als bislang einzige Padel-Trainerlizenz, die nach den DOSB-Rahmenrichtlinien aufgebaut ist. Das ist eine Aussage des Verbands selbst, keine unabhängig geprüfte Einordnung — wir geben sie als solche wieder. Die Kurse laufen laut Verband im Blended-Learning-Format: rund vier Wochen Online-Anteil im eigenen Tempo plus ein Präsenztag auf dem Platz.

Ebenfalls nach Verbandsangaben werden die Kurse Padel-Assistent:in 1 und 2 im Juli 2026 in „DTB Padel Basistrainer:in“ umbenannt. Wenn du also auf ältere Ausschreibungen stößt, kann derselbe Kurs unter zwei Namen laufen. Wer wissen will, warum es in Deutschland überhaupt zwei parallele Padel-Strukturen gibt, findet die Einordnung im Artikel zu DPV und DTB.

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Häufige Fragen

Wie wärmt man sich vor dem Padel auf?

Fünf bis zehn Minuten mit Fokus auf Schultern, Handgelenke, Sprunggelenke und seitliche Bewegung. Leichtes Einlaufen, Schulter- und Armkreisen, Handgelenke lockern, Side-Steps über die Courtbreite und ein paar bewusst lockere Überkopfschläge. Die ersten Bälle nie mit voller Kraft schlagen, sondern die Intensität langsam steigern.

Kann man Padel alleine trainieren?

Ja, an der Wand. Vorhand und Rückhand gegen die Glas- oder Betonwand, Volleys aus kurzer Distanz und Bälle aus dem Wandabsprung lassen sich komplett ohne Partner üben. Zwanzig Minuten Wandtraining verbessern Timing und Ballkontrolle spürbar und sind die günstigste Trainingsform, die es im Padel gibt.

Welche Padel-Übung bringt am meisten?

„Cross bis zum Fehler“ — beide Spieler schlagen diagonal von der Grundlinie, bis einer den Fehler macht, und zählen mit. Die Übung trainiert Konstanz, Beinarbeit und Konzentration gleichzeitig und zeigt schonungslos, wo dein Niveau steht. Wer über vierzig Bälle am Stück kommt, hat eine solide Grundlage.

Wie oft sollte man Padel trainieren?

Zweimal pro Woche ist für Freizeitspieler ein guter Rhythmus, einmal reicht für stetigen Fortschritt aus, wenn die Einheit strukturiert ist. Entscheidend ist nicht die Häufigkeit, sondern ob du übst oder nur spielst. Fünfzehn Minuten gezielte Übung vor dem Match verändern über ein Jahr sehr viel.

Wie wird man Padel-Trainer in Deutschland?

Über die Ausbildungswege des Deutschen Tennis Bundes. Laut Verbandsangaben starten sie mit den Kursen Padel-Assistent:in 1 und 2 zu je 15 Lerneinheiten, darauf baut seit 2025 eine Padel-C-Trainer-Lizenz mit 120 Lerneinheiten auf. Die Einsteigerkurse werden nach DTB-Angaben im Juli 2026 in „DTB Padel Basistrainer:in“ umbenannt.

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