Zum Inhalt springen
Padel in Deutschland

Wer organisiert Padel in Deutschland? DPV und DTB

Von der padelschlaeger-vergleich.de Redaktion·Aktualisiert am ·7 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Deutsche Padel Verband (DPV) wurde im Juni 2010 gegründet, ist seit 2013 FIP-Mitglied und Gründungsmitglied der Federation of European Padel.
  • Die Padel-Bundesliga startete 2020; die Pyramide wuchs auf vier Ebenen — 2. Bundesliga 2023, Regionalliga 2024, Oberliga 2025.
  • Die German Padel Series des DPV läuft seit 2012 in acht Kategorien von GPS 50 bis GPS 1500; ab GPS 100 brauchst du eine DPV-Spielerlizenz.
  • Parallel betreibt der DTB ein eigenes Padelprogramm über mypadel.de und die CERTINA German Padel Tour mit getrenntem Amateur- und Pro-Ranking.
  • Für reine Freizeitspieler ist beides irrelevant: Platz buchen, spielen, fertig — eine Lizenz brauchst du erst im Liga- oder höheren Turnierbetrieb.

Wer in Deutschland anfängt, sich für organisiertes Padel zu interessieren, stößt schnell auf ein Problem: Es gibt nicht eine Struktur, sondern zwei. Ein Verband führt Ligen und eine nationale Turnierserie, ein zweiter Dachverband betreibt daneben ein eigenes Padelprogramm mit eigener Tour und eigener Rangliste.

Das ist tatsächlich verwirrend, und es wird nicht dadurch klarer, dass beide Seiten dieselben Begriffe benutzen — Rangliste, Turnier, Lizenz. Wir sortieren im Folgenden, was jede Struktur macht, und beantworten am Ende die Frage, um die es dir vermutlich wirklich geht: Brauche ich davon irgendetwas?

Was ist der Deutsche Padel Verband (DPV)?

Der Deutsche Padel Verband e. V. (DPV) ist Deutschlands von der Federation Internationale de Padel anerkannter Fachverband für Padel. Gegründet wurde er im Juni 2010, ursprünglich mit Sitz in Köln. Heute ist der Vereinssitz Berlin, die Geschäftsstelle sitzt in Hamburg.

International ist der DPV gut verankert: FIP-Mitglied seit 2013 und Gründungsmitglied der Federation of European Padel (EPA). Für dich heißt das vor allem: Wenn es um Nationalmannschaft, internationale Meldungen und offizielle deutsche Meisterschaften geht, ist der DPV die zuständige Adresse.

Wo du dem DPV im Alltag begegnest

Praktisch trifft man den Verband an drei Stellen: bei der Padel-Bundesliga, bei der German Padel Series und auf der Turnierplattform RankedIn, auf der der DPV als Organisation registriert ist. Über RankedIn laufen Meldungen und Lizenzanträge — es ist damit die Software, mit der du am ehesten zu tun bekommst.

Wie ist die Padel-Bundesliga aufgebaut?

Die Padel-Bundesliga wurde 2020 vom DPV gegründet und ist die höchste deutsche Spielklasse. Darunter ist in wenigen Jahren eine vollständige Pyramide entstanden: 2. Bundesliga seit 2023, Regionalliga seit 2024, Oberliga seit 2025 — vier bundesweite Ebenen in fünf Jahren.

Gespielt wird im Mannschaftsformat mit drei Doppelpaarungen pro Begegnung. Der Modus läuft über eine regionale Gruppenphase mit anschließender Endrunde. Wer aus dem Tennis kommt, erkennt das Prinzip sofort — nur eben konsequent im Doppel, weil Padel im Einzel praktisch nicht gespielt wird.

Bei den Bundesliga-Titeln 2025 stand bei den Herren TC Weiden ganz oben, Padelcity Dortmund holte mehrere Altersklassentitel, und die Padelschwaben gewannen bei den Herren 55+. Wie sich das in die deutsche Turnierlandschaft insgesamt einfügt, zeigt unsere Übersicht zu Padel-Turnieren in Deutschland.

Was ist die German Padel Series (GPS)?

Die German Padel Series ist die nationale Turnierserie des DPV und läuft nach Angaben des Verbands und der Plattform padel4players seit 2012. Sie ist die Serie, über die sich die nationale Rangliste speist und die für Nationalmannschaftsnominierungen relevant ist.

Die Turniere sind in acht Kategorien gestaffelt: GPS 50, 100, 250, 350, 500, 750, 1000 und 1500. Die Zahl ist dabei kein Preisgeld und keine Startgebühr, sondern die Punktzahl für das Siegerpaar. Je höher die Kategorie, desto stärker das Feld und desto mehr Punkte gibt es zu holen.

Die Kategorien und die Lizenzschwelle

  • GPS 50 — Einstiegskategorie, keine Lizenz erforderlich. Der richtige erste Schritt aus der Freizeitrunde in den Turnierbetrieb.
  • Ab GPS 100 aufwärts — hier brauchst du eine DPV-Spielerlizenz, beantragt über RankedIn.
  • GPS 1000 und 1500 — die Spitzenkategorien der Serie mit dem stärksten Teilnehmerfeld.
Punktzahlen nennen wir bewusst nicht

Zu den aktuellen Punkteständen einzelner Spielerinnen und Spieler in der nationalen Rangliste kursieren widersprüchliche Angaben. Wir geben deshalb keine Punktetabellen wieder. Verlässlich ist der Blick direkt in die Rangliste auf der Turnierplattform — dort steht der Stand, der zählt.

Und was macht der DTB mit Padel?

Der Deutsche Tennis Bund (DTB) betreibt ein eigenes, paralleles Padelprogramm — mit einer eigenen Informationsplattform unter mypadel.de und einer eigenen Turnierserie, der CERTINA German Padel Tour. Das ist kein Unterbau des DPV, sondern eine daneben bestehende Struktur.

Zwei Ranglisten, acht Ergebnisse

Die Rangliste der DTB-Seite ist zweigeteilt in ein Amateur-Ranking und ein Pro-Ranking. Gewertet werden die besten acht Ergebnisse pro Jahr — wer also viel spielt, kann schwache Resultate streichen, muss aber mindestens acht Turniere absolvieren, um sein Konto voll auszuschöpfen.

Ehrlichkeit an dieser Stelle: Wir können kein formales Verhältnis zwischen DPV und DTB im Padelbereich belegen — weder eine Übertragung von Zuständigkeiten noch eine Eingliederung in irgendeiner Richtung. Was sich belegen lässt, ist schlicht, dass beide Strukturen nebeneinander existieren und beide Turniere und Ranglisten betreiben. Alles darüber hinaus wäre Spekulation.

Welche Struktur brauche ich als Spieler?

Als reiner Freizeitspieler brauchst du keine von beiden. Padel funktioniert in Deutschland überwiegend über kommerzielle Anlagen: Platz buchen, drei Mitspieler mitbringen, spielen. Keine Mitgliedschaft, keine Meldung, keine Lizenz. Wie sich das in Zahlen zeigt, steht in unserem Überblick zum Padelsport in Deutschland — nur rund ein Prozent der Spielenden hat überhaupt eine Lizenz.

Interessant wird es erst, wenn du Wettkampf spielen willst. Dann gilt eine ziemlich einfache Entscheidungslogik:

Die Entscheidungslogik in fünf Stufen

  1. Du spielst nur zum Spaß. Nichts nötig. Offene Runden, Americano-Formate und Clubturniere laufen ohne Lizenz.
  2. Du willst ein erstes Turnier probieren. Ein GPS-50-Turnier geht ohne Lizenz — der sanfteste Einstieg.
  3. Du willst ab GPS 100 aufwärts spielen. Jetzt brauchst du die DPV-Spielerlizenz, die du über RankedIn beantragst.
  4. Du willst Liga spielen. Der Weg führt über einen Verein mit gemeldeter Mannschaft und über den DPV-Ligabetrieb.
  5. Du willst auf der DTB-Tour spielen. Dann informierst du dich separat über mypadel.de und die CERTINA German Padel Tour.

Der ehrlichste Rat: Lass dich von der Doppelstruktur nicht abschrecken. Sie ist ein Verwaltungsthema, kein Spielthema. Am Netz entscheidet niemand nach Verbandszugehörigkeit, sondern nach Position und Absprache im Doppel.

Was du vor dem ersten Turnier klären solltest

Drei Dinge, die im Turnierbetrieb regelmäßig für Überraschungen sorgen. Erstens die Zählweise: Ob mit Vorteil oder mit Golden Point gespielt wird, muss vor Turnierbeginn angekündigt sein — beide Varianten sind regelkonform. Details dazu in unserem Artikel zur Zählweise und zum Golden Point.

Zweitens die Ausrüstungsregeln: Der Schläger muss den offiziellen Maßvorgaben entsprechen und die Handschlaufe ist Pflicht — nachzulesen in unserer Übersicht zu Schlägermaßen und Regeln. Drittens die Kosten: Startgebühren, Anfahrt und Platzzeit summieren sich schneller als gedacht, wie unsere Kostenrechnung für Deutschland zeigt.

Und wenn du die Grundregeln ohnehin noch einmal auffrischen willst: Der Unterschied zwischen Freitagsrunde und Turnierplatz liegt selten am Können, sondern meist an einer Regel, die im Freizeitspiel niemand ernst nimmt.

Vom Freizeitspiel in den Wettkampf — dann sollte auch das Material passen:

Passenden Schläger finden →

Kurz zusammengefasst

Der DPV ist der FIP-anerkannte Fachverband mit Bundesliga-Pyramide und German Padel Series, der DTB betreibt daneben ein eigenes Programm mit eigener Tour und getrenntem Amateur- und Pro-Ranking. Beide existieren parallel; ein formales Verhältnis zwischen ihnen lässt sich nicht belegen.

Für dich bleibt die Antwort einfach: Freizeitspiel braucht keine dieser Strukturen. Erst ab GPS 100 oder im Ligabetrieb wird eine DPV-Lizenz relevant. Bis dahin ist die wichtigste Entscheidung nicht der Verband, sondern ob dein Schläger zu deinem Spiel passt.

Häufige Fragen

Wer ist der offizielle Padel-Verband in Deutschland?

Der Deutsche Padel Verband e. V. (DPV) ist Deutschlands von der FIP anerkannter Fachverband, Mitglied seit 2013 und Gründungsmitglied der Federation of European Padel. Er wurde im Juni 2010 gegründet, hat seinen Sitz in Berlin und seine Geschäftsstelle in Hamburg.

Brauche ich eine Lizenz, um in Deutschland Padel zu spielen?

Für Freizeitspiel auf kommerziellen Anlagen brauchst du weder eine Lizenz noch eine Mitgliedschaft: Platz buchen, zu viert spielen, fertig. Eine DPV-Spielerlizenz wird erst ab Turnieren der Kategorie GPS 100 aufwärts verlangt und über die Plattform RankedIn beantragt. GPS-50-Turniere kannst du ohne Lizenz spielen.

Was ist der Unterschied zwischen DPV und DTB beim Padel?

Der DPV führt die Padel-Bundesliga und die German Padel Series, der DTB betreibt parallel ein eigenes Padelprogramm über mypadel.de und die CERTINA German Padel Tour mit getrenntem Amateur- und Pro-Ranking. Beide Strukturen bestehen nebeneinander; ein formales Verhältnis lässt sich nicht belegen.

Wie ist die Padel-Bundesliga aufgebaut?

Die Padel-Bundesliga wurde 2020 vom DPV gegründet und ist die höchste deutsche Spielklasse. Darunter kamen die 2. Bundesliga 2023, die Regionalliga 2024 und die Oberliga 2025 hinzu — vier bundesweite Ebenen. Gespielt wird im Mannschaftsformat mit drei Doppelpaarungen, in Gruppenphase und anschließender Endrunde.

Was bedeuten die Zahlen bei der German Padel Series?

Die Zahl hinter GPS gibt an, wie viele Ranglistenpunkte das siegreiche Paar erhält. Die Serie kennt acht Stufen: GPS 50, 100, 250, 350, 500, 750, 1000 und 1500. Je höher die Kategorie, desto stärker ist üblicherweise das Teilnehmerfeld besetzt und desto mehr Punkte gibt es.

Passende Schläger aus unserem Vergleich

Weiterlesen