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Regeln

Padel-Regeln verständlich erklärt: vom Aufschlag bis zur Wand

Von der padelschlaeger-vergleich.de Redaktion·Aktualisiert am ·8 Min. Lesezeit
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein Padelplatz misst 20 × 10 Meter, die Aufschlaglinien liegen 6,95 Meter parallel zum Netz, das Netz ist in der Mitte 0,88 Meter hoch.
  • Der Aufschlag wird von unten geschlagen: Ball einmal aufsetzen lassen, Treffpunkt unterhalb der Hüfte, diagonal ins gegnerische Aufschlagfeld.
  • Auf der eigenen Seite darf der Ball nach dem Bodenkontakt jede Wand berühren — auf der Gegnerseite muss er zuerst den Boden treffen.
  • Berührt dein Ball auf der Gegnerseite direkt Wand oder Gitter, ist der Punkt verloren — das ist der häufigste Anfängerfehler.
  • Gezählt wird wie im Tennis mit 15/30/40; viele Turniere spielen die Golden-Point-Variante statt Einstand und Vorteil.

Padel wirkt beim Zuschauen simpel: zwei Paare, ein Netz, ein gelber Ball. Dann kommt der erste Ball von der Glaswand zurück ins Feld, niemand weiß, ob er noch spielbar ist — und die Diskussion beginnt. Dieser Überblick sortiert die Regeln in der Reihenfolge, in der du sie tatsächlich brauchst: Platz, Aufschlag, Zählweise, Wand, Punktverlust.

Woher die Zahlen in diesem Artikel stammen

Alle Maße, Grenzwerte und Regelformulierungen folgen der offiziellen deutschen Übersetzung der FIP-Regeln (DTB/WTB, Ausgabe 2025). Im Freizeitbetrieb weichen Vereine gelegentlich davon ab — im Turnier gilt das Regelwerk.

Wie funktionieren die Padel-Regeln in Kürze?

Padel ist ein Doppel auf einem 20 × 10 Meter großen, von Wänden und Gittern umschlossenen Court, bei dem der Ball nach dem Bodenkontakt von den Wänden weitergespielt werden darf. Gezählt wird wie im Tennis, aufgeschlagen von unten.

  • Platz — 20 × 10 Meter, umschlossen, Netz in der Mitte, Aufschlaglinien 6,95 Meter vom Netz entfernt.
  • Besetzung — praktisch immer Doppel, zwei gegen zwei.
  • Aufschlag — von unten, unterhalb der Hüfte, nach einem Aufsetzen des Balls, diagonal.
  • Zählweise — 15, 30, 40, Spiel; Satz bis sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung.
  • Wandspiel — auf der eigenen Seite erlaubt, sobald der Ball einmal am Boden war.
  • Punktverlust — zweiter Bodenkontakt, Netzberührung, oder ein Ball, der beim Gegner direkt an Wand oder Gitter geht.

Wie groß ist ein Padelplatz?

Ein Padelplatz misst 20 Meter in der Länge und 10 Meter in der Breite, jeweils als Innenmaß. Er ist damit rund ein Drittel so groß wie ein Tennisfeld inklusive Auslauf — und trotzdem entsteht auf dieser Fläche ein völlig eigenes Spiel, weil die Begrenzung nicht Luft ist, sondern Glas und Metall.

Die Linien

Die Aufschlaglinien verlaufen parallel zum Netz im Abstand von 6,95 Metern. Die Mittellinie teilt das Aufschlagfeld und ragt 20 Zentimeter darüber hinaus. Alle Linien sind 5 Zentimeter breit, weiß oder schwarz. Eine Grundlinie im Tennis-Sinne gibt es nicht — diese Rolle übernimmt die Wand.

Netz und Höhe

Das Netz ist 10 Meter lang, in der Mitte 0,88 Meter hoch und an den Pfosten bis zu 0,92 Meter — es hängt also leicht durch, wie im Tennis. Über dem Court müssen mindestens 6 Meter frei sein, für Neubauten empfiehlt das Regelwerk 8 Meter.

Wandaufbau, Beläge, DIN-Normen, Beleuchtung und die vier zugelassenen Wandvarianten stehen im Artikel zu Padelplatz-Maßen und Bauweise.

Wie funktioniert der Aufschlag im Padel?

Der Aufschlag wird von unten geschlagen: Du lässt den Ball einmal hinter der Aufschlaglinie auf den Boden aufsetzen und triffst ihn unterhalb der Hüfte, diagonal in das gegenüberliegende Aufschlagfeld. Ein Überkopf-Aufschlag wie im Tennis ist nicht zulässig — das ist der auffälligste Unterschied für jeden Umsteiger.

Du hast zwei Versuche. Der Aufschläger startet rechts, wechselt nach jedem Punkt die Seite, und innerhalb eines Spiels schlägt immer dieselbe Person auf. Danach wechselt das Aufschlagrecht zum gegnerischen Paar.

Wann ist der Aufschlag ungültig?

  • Falsches Feld — der Ball landet außerhalb des diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfelds.
  • Zu hoher Treffpunkt — getroffen wird unterhalb der Hüfte, nicht darüber.
  • Kein Bodenkontakt — der Ball muss vor dem Schlag einmal aufgesetzt haben.
  • Gitterkontakt — landet der Ball korrekt im Feld, berührt danach aber das Metallgitter, ist der Aufschlag ungültig.
  • Fußfehler — Linie berührt oder übertreten, bevor der Ball geschlagen ist.

Ein Sonderfall trägt im Regelwerk einen eigenen Namen: Netzaufschlag und Wiederholung. Berührt der Ball das Netz und landet danach regelkonform im Aufschlagfeld, wird wiederholt. Landet er nach der Netzberührung im Aus, ist es ein Fehler.

Wie wird im Padel gezählt?

Gezählt wird wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel. Bei 40:40 heißt der Stand im offiziellen deutschen Wortlaut Einstand, danach folgt Vorteil, und wer den Vorteil hat und den nächsten Punkt gewinnt, hat das Spiel. Ein Satz geht bis sechs gewonnene Spiele mit zwei Spielen Vorsprung, bei 6:6 entscheidet ein Tie-Break.

Daneben lässt das Regelwerk ausdrücklich die Variante ohne Vorteil zu — den Golden Point: Bei 40:40 fällt ein einziger Punkt die Entscheidung. Wie dabei die Seitenwahl funktioniert, warum Turniere das Format wählen und was Mini-Satz und Match-Tie-Break bedeuten, erklärt der eigene Artikel zur Padel-Zählweise und zum Golden Point.

Wann darf der Ball von der Wand gespielt werden?

Auf deiner eigenen Seite darfst du den Ball von jeder Wand spielen, sobald er einmal den Boden berührt hat. Genau diese Reihenfolge ist die zentrale Regel des Sports — und der Grund, warum ein Ball, der dich passiert hat, im Padel noch lange nicht verloren ist.

Deine Seite: Boden zuerst, dann alles

Der Ball kommt über das Netz, springt in deinem Feld auf, geht an die Rückwand und kommt zurück — du spielst ihn zurück über das Netz. Erlaubt. Er darf auch erst die Seitenwand und dann die Rückwand nehmen, oder umgekehrt. Nur zweimal am Boden aufsetzen darf er nicht.

Du darfst den Ball auch bewusst gegen deine eigene Wand spielen, damit er von dort über das Netz geht — die klassische Notlösung aus der Ecke. Was nicht geht: Wand vor Boden. Berührt der Ball auf deiner Seite zuerst die Wand, ist der Punkt weg.

Die Gegnerseite: nur der Boden zuerst

Dein Rückschlag muss über das Netz und im gegnerischen Feld auf dem Boden aufsetzen. Erst danach darf er dort an Wand oder Gitter gehen. Fliegt dein Ball direkt gegen die Glaswand oder ins Gitter des Gegners, ohne vorher aufzusetzen, ist der Punkt für die Gegenseite — auch wenn es spektakulär aussah.

Wie man das Wandspiel systematisch übt, behandeln wir in Wandspiel im Padel; was die Wände am Material ändern, steht in Padelschläger vs. Tennisschläger.

Wann ist der Punkt verloren?

Der Punkt ist verloren, sobald der Ball zweimal am Boden aufsetzt, ein Spieler das Netz berührt oder der Ball direkt an Wand oder Gitter der Gegenseite geht. Das Regelwerk fasst diese Fälle unter Punktverlust zusammen — es lohnt, sie einmal komplett gelesen zu haben.

  • Zweiter Bodenkontakt — der Ball setzt in deinem Feld zum zweiten Mal auf.
  • Direkter Wand- oder Gitterkontakt beim Gegner — dein Rückschlag erreicht die andere Seite, trifft aber Glas oder Metall, bevor er den Boden berührt.
  • Netz, Pfosten oder Zubehör berührt — mit Körper, Kleidung oder Schläger, solange der Ball im Spiel ist.
  • Ball trifft einen Spieler — trifft der Ball dich oder deinen Partner, geht der Punkt an die Gegenseite.
  • Doppelschlag — der Ball wird zweimal berührt oder von beiden Partnern nacheinander gespielt.
  • Schlag vor dem Netz — der Ball wird auf der gegnerischen Seite gespielt, bevor er das Netz überquert hat.

Zwei davon sorgen im Vereinsspiel regelmäßig für Diskussionen: Ein Ball, der einen Spieler trifft, ist immer ein Punkt für die Gegenseite. Und auch eine unabsichtliche Netzberührung mit dem Schläger kostet den Punkt — Absicht spielt keine Rolle.

Was bedeutet Spiel außerhalb des Courts?

Das Spiel außerhalb des Courts ist die Regel, die Padel von jedem anderen Rückschlagsport unterscheidet: Ein Ball, der den Court über die Wände verlässt, darf draußen weitergespielt und zurück ins Feld gebracht werden. Er ist erst dann verloren, wenn er ein zweites Mal aufsetzt.

Praktisch heißt das: Fliegt der Ball über die Wand aus der Anlage, laufen manche Spieler durch die seitliche Öffnung hinaus und schlagen ihn von außen regulär über das Netz zurück ins gegnerische Feld. Ob das an deiner Anlage geht, hängt vom Bauzustand ab.

Ehrlichkeit vorweg

Der Punkt außerhalb des Courts ist der berühmteste des Sports und der seltenste. Im Vereinsspiel wirst du ihn kaum je brauchen. Kennen solltest du die Regel trotzdem — sie erklärt, warum im Padel kein Ball vorschnell als „aus“ abgehakt wird.

Welcher Schläger und welcher Ball sind erlaubt?

Ein Padelschläger darf höchstens 45,5 Zentimeter lang, 26 Zentimeter breit und 38 Millimeter dick sein, jeweils mit 2,5 Prozent Toleranz — und er braucht zwingend eine Handschlaufe. Die Löcher in der Schlagfläche müssen im zentralen Bereich zylindrisch und 9 bis 13 Millimeter im Durchmesser sein.

Der Ball besteht aus Gummi, ist weiß oder gelb, misst 6,35 bis 6,77 Zentimeter im Durchmesser und wiegt 56,0 bis 59,4 Gramm. Aus 2,54 Metern fallen gelassen, springt er 135 bis 145 Zentimeter hoch. Oberhalb von 500 Metern Höhe ist ein Ball mit geringerem Absprung zugelassen.

Die komplette Schlägerregel mit Handschlaufen-Vorgaben, verbotener Elektronik und den Fallentscheidungen zum Schlägerwechsel steht in Welche Padelschläger sind erlaubt? — kurze Antwort für Käufer: Markenmodelle liegen praktisch immer innerhalb der Vorgaben.

Die häufigsten Regel-Irrtümer

Der teuerste Irrtum ist der Glaube, man dürfe den Ball direkt gegen die gegnerische Wand spielen. Vier weitere Klassiker, die wir immer wieder am Court hören:

  1. „Nach der Wand ist der Ball tot.“ — Falsch. Auf deiner Seite bleibt er nach dem Bodenkontakt im Spiel.
  2. „Man darf über die Wand schlagen.“ — Dein Ball muss über das Netz und im Feld aufsetzen.
  3. „Aufschlag geht auch von oben.“ — Nein. Aufsetzen lassen, Treffpunkt unterhalb der Hüfte.
  4. „Ein Ball, der mich trifft, war eh im Aus.“ — Egal. Trifft der Ball einen Spieler, ist der Punkt weg.
  5. „Golden Point ist Turnierpflicht.“ — Nein, eine Option, die vorab angekündigt werden muss.

Wer die Regeln kann, spielt schneller besser — weil er aufhört, gute Bälle wegzuwerfen. Als Nächstes kommen die Grundschläge und die Doppel-Taktik. Fehlt noch ein eigener Schläger, führt dich der Schläger-Finder zu passenden Modellen im Katalog.

Als Nächstes: 15, 30, 40 — und was der Golden Point wirklich ändert.

Zählweise im Detail →

Häufige Fragen

Wie funktionieren die Padel-Regeln für Anfänger?

Padel wird als Doppel auf einem umschlossenen Court von 20 × 10 Metern gespielt. Aufgeschlagen wird von unten nach einem Bodenkontakt des Balls, diagonal. Gezählt wird wie im Tennis mit 15, 30, 40. Auf der eigenen Seite darf der Ball nach dem Aufspringen jede Wand berühren und bleibt im Spiel.

Darf man den Ball im Padel gegen die Wand spielen?

Auf der eigenen Seite ja, sobald der Ball einmal am Boden aufgesetzt hat — dann darfst du ihn von jeder Wand weiterspielen. Dein Rückschlag muss allerdings zuerst im gegnerischen Feld auf dem Boden landen. Trifft er dort direkt Glas oder Gitter, ist der Punkt verloren.

Wie schlägt man im Padel richtig auf?

Du lässt den Ball hinter der Aufschlaglinie einmal aufsetzen und triffst ihn von unten unterhalb der Hüfte, diagonal ins gegenüberliegende Aufschlagfeld. Zwei Versuche sind erlaubt. Berührt der Ball nach dem Aufsetzen im Feld das Metallgitter, ist der Aufschlag ungültig; eine Netzberührung führt zur Wiederholung.

Wann ist ein Padel-Punkt verloren?

Der Punkt ist weg, wenn der Ball zweimal aufsetzt, ein Spieler Netz oder Pfosten berührt, der Ball einen Spieler trifft oder der Rückschlag beim Gegner direkt an Wand oder Gitter geht, ohne vorher den Boden berührt zu haben. Auch ein Doppelschlag kostet den Punkt.

Woher stammen die offiziellen deutschen Padel-Regeln?

Maßgeblich ist die offizielle deutsche Übersetzung der FIP-Regeln, herausgegeben vom Württembergischen Tennis-Bund und dem DTB in der Ausgabe 2025. Sie regelt Court, Ball, Schläger, Zählweise und Spielabläufe verbindlich und enthält auch die deutschen Fachbegriffe. Im Freizeitbetrieb weichen Vereine gelegentlich davon ab, im Turnierbetrieb gilt der Regeltext ohne Ausnahme.

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