Wie ein Padelplatz gebaut ist — alle Maße im Detail
- Ein Padelplatz misst 20 Meter Länge × 10 Meter Breite im Innenmaß; die Aufschlaglinien liegen 6,95 Meter parallel zum Netz.
- Das Netz ist 10 Meter lang, in der Mitte 0,88 Meter hoch und an den Pfosten bis zu 0,92 Meter.
- Die Stirnseiten sind 4 Meter hoch: 3 Meter massiv oder Glas, darüber 1 Meter Metallgitter.
- Über dem Court müssen mindestens 6 Meter frei sein, für Neubauten sind 8 Meter empfohlen.
- Beleuchtung nach DIN EN 12193: outdoor 500 Lux im Wettkampf, indoor 750 Lux, 1000 Lux vertikal für TV-Produktionen.
Der Padelplatz ist kein verkleinertes Tennisfeld, sondern ein eigenständiges Bauwerk — und seine Maße erklären fast alles am Spiel. Warum der Ball hinter dir nicht verloren ist, warum Lobs die wichtigste Waffe sind, warum ein Court unter einer niedrigen Halle anders spielt: Alles steht im Regelwerk.
Sämtliche Maße, Normverweise und Lux-Werte in diesem Artikel stammen aus der offiziellen deutschen Übersetzung der FIP-Regeln (DTB/WTB, Ausgabe 2025). Wo das Regelwerk zwischen Vorschrift und Empfehlung unterscheidet, kennzeichnen wir das.
Wie groß ist ein Padelplatz?
Ein Padelplatz misst 20 Meter in der Länge und 10 Meter in der Breite — jeweils als Innenmaß, also innerhalb der umschließenden Wände. Das Verhältnis 2:1 ist fix; ein Padelcourt lässt sich weder strecken noch schmaler bauen.
Linien und Aufschlagfelder
Die Aufschlaglinien verlaufen im Abstand von 6,95 Metern parallel zum Netz. Eine Mittellinie teilt jede Hälfte des Aufschlagbereichs und ragt 20 Zentimeter über die Aufschlaglinie hinaus. Alle Linien sind 5 Zentimeter breit und weiß oder schwarz. Weitere Markierungen kennt der Padelplatz nicht — es gibt keine Grundlinie und keine Seitenauslinie im Tennis-Sinne.
Höhe über dem Court
Über der gesamten Spielfläche müssen mindestens 6 Meter frei bleiben. Für Neubauten empfiehlt das Regelwerk 8 Meter. Der Unterschied ist alles andere als akademisch: Der Lob ist im Padel ein zentraler Schlag, und unter einer knappen 6-Meter-Decke ändert sich das Spiel spürbar — hohe Bälle werden zum Risiko statt zur Waffe.
Wie hoch ist das Netz beim Padel?
Das Padelnetz ist in der Mitte 0,88 Meter hoch und steigt zu den Pfosten hin auf bis zu 0,92 Meter an — mit einer zulässigen Toleranz von 0,005 Metern. Es ist 10 Meter lang und spannt damit die komplette Courtbreite. Die Pfosten dürfen maximal 1,05 Meter hoch sein.
Der Durchhang in der Mitte ist gewollt und derselbe Gedanke wie im Tennis: Der sicherste Weg über das Netz ist die Mitte, die riskantesten Winkel liegen außen. Wer im Doppel konsequent durch die Mitte spielt, nutzt vier Zentimeter geschenkte Sicherheitsmarge — ein Detail, das taktisch mehr wiegt, als es klingt.
Wie sind die Wände aufgebaut?
Die Stirnseiten des Courts sind insgesamt 4 Meter hoch: die unteren 3 Meter massiv oder aus Glas, darüber 1 Meter Metallgitter. Diese Zweiteilung ist der Grund, warum ein hoher Ball an der Rückwand ganz anders abspringt als ein flacher — Glas und Gitter geben völlig unterschiedlich zurück.
Für die Seitenwände lässt das Regelwerk vier Varianten zu, die als A bis D geführt werden. Die Glasausführungen arbeiten mit Paneelen von 3 × 4 Metern, die Einzäunung reicht in allen Varianten bis auf 4 Meter Höhe. Praktisch bedeutet das: Kein Padelplatz ist an den Seiten exakt wie der andere, und wer die Anlage wechselt, muss sich kurz neu einspielen.
- Stirnseiten — 4 Meter gesamt, 3 Meter massiv oder Glas plus 1 Meter Metallgitter.
- Seitenwände — vier zugelassene Varianten A bis D, Glaspaneele 3 × 4 Meter.
- Einzäunung — reicht bis 4 Meter Höhe.
- Glasnorm — DIN EN 12150-1 für Einscheiben-Sicherheitsglas.
- Zugänge — seitliche Öffnungen, deren Bauform darüber entscheidet, ob das Spiel außerhalb des Courts überhaupt möglich ist.
Welche Normen und Beläge gelten?
Zugelassen sind Beton, Zement, Kunststoff- und Kunstrasenbeläge. Empfohlen werden die Farben Grün, Blau und Terracotta; Schwarz ist ausschließlich in der Halle zulässig. Die Ebenheit darf über eine Strecke von 3 Metern höchstens 3 Millimeter abweichen.
Für Material und Ausführung verweist das Regelwerk auf DIN-Normen: DIN EN 12150-1 für das Sicherheitsglas, DIN EN 15330-1 für Kunstrasen und DIN EN 12193 für die Sportstättenbeleuchtung. Wer als Verein baut, sollte diese drei Nummern in jeder Ausschreibung stehen haben — sie sind der Unterschied zwischen einem turnierfähigen und einem nur freizeittauglichen Court.
Für Außenanlagen empfiehlt das Regelwerk außerdem eine Ausrichtung der Längsachse in Nord-Süd-Richtung. Der Grund ist banal und wichtig zugleich: Bei Ost-West-Ausrichtung blendet die tief stehende Sonne morgens und abends genau in Aufschlag- und Lobrichtung.
Wie viel Licht braucht ein Padelplatz?
Für Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene verlangt das Regelwerk im Freien 500 Lux, in der Halle 750 Lux. Für den Trainingsbetrieb genügen 200 Lux outdoor beziehungsweise 300 Lux indoor. Für Fernsehproduktionen sind 1000 Lux vertikal gefordert.
Diese Staffelung erklärt einen Effekt, den viele Spieler kennen, ohne ihn zuzuordnen: Auf mancher Anlage sieht man den Ball abends deutlich schlechter, obwohl das Flutlicht an ist. Trainingslicht und Wettkampflicht unterscheiden sich um mehr als das Doppelte — und in schnellen Netzsituationen merkst du jedes fehlende Lux.
Was die Wände am Spiel verändern
Die Wände verwandeln jeden vorbeigelaufenen Ball von einem verlorenen Punkt in eine zweite Chance. Genau das ist der Unterschied zu jedem anderen Rückschlagsport: Im Tennis endet der Ballwechsel hinter dir, im Padel beginnt dort oft erst der interessante Teil.
Warum das die Schlagtechnik ändert
Ein Ball von der Rückwand kommt langsam, tief und aus einer unbequemen Richtung. Du brauchst kompakte Ausholbewegungen und Gefühl für Länge statt Tempo — deshalb sieht ein Padelschläger aus, wie er aussieht: kurz, gelocht, gedämpft. Warum das physikalisch so ist, erklärt unser Vergleich Padelschläger vs. Tennisschläger.
Warum Tempo bestraft wird
Ein harter Schmetterball, der im gegnerischen Feld aufspringt, kommt von der 3 Meter hohen Glaswand oft direkt zurück ins Spiel — und dann steht dein Gegner besser als du. Auf 20 × 10 Metern mit Wänden gewinnt Platzierung gegen Kraft. Wie man das Wandspiel gezielt trainiert, steht in Wandspiel im Padel, die Regeln dazu im Regel-Überblick.
Was Vereine vor dem Bau klären sollten
Die drei Punkte, an denen Padelprojekte in der Praxis scheitern, sind Höhe, Licht und Ausrichtung — nicht die Grundfläche. Ein Court passt auf viele Flächen; ob darüber 6 oder 8 Meter frei sind und ob die Beleuchtung Wettkampfniveau erreicht, entscheidet sich früher und lässt sich später kaum korrigieren.
- Lichte Höhe prüfen — Minimum 6 Meter, Empfehlung 8 Meter, insbesondere bei Hallen und Überdachungen.
- Beleuchtung dimensionieren — nach DIN EN 12193, mit Wettkampfwerten statt Trainingswerten planen.
- Ausrichtung festlegen — Längsachse möglichst Nord-Süd.
- Wandvariante wählen — A bis D, Glasanteil beeinflusst Absprungverhalten und Zuschauerfreundlichkeit.
- Belag und Ebenheit — DIN EN 15330-1, maximal 3 Millimeter Abweichung auf 3 Meter.
Wie es um Anzahl und Verteilung der Courts in Deutschland steht, haben wir in Padel in Deutschland zusammengetragen — inklusive der Frage, warum es dazu keine amtliche Statistik gibt. Was das Spielen tatsächlich kostet, steht in Was Padel in Deutschland kostet. Und wenn nach dem Court die Ausrüstung dran ist: Schläger-Finder.
Der Court ist geklärt — welche Schläger auf ihm erlaubt sind, steht hier:
Schlägerregeln lesen →Häufige Fragen
Wie groß ist ein Padelplatz?
Ein Padelplatz misst 20 Meter Länge und 10 Meter Breite im Innenmaß. Die Aufschlaglinien verlaufen 6,95 Meter parallel zum Netz, die Mittellinie ragt 20 Zentimeter darüber hinaus, alle Linien sind 5 Zentimeter breit. Über der Spielfläche müssen mindestens 6 Meter Höhe frei bleiben.
Wie hoch ist das Netz beim Padel?
Das Netz ist in der Mitte 0,88 Meter hoch und steigt zu den Pfosten auf bis zu 0,92 Meter an, bei einer Toleranz von 0,005 Metern. Es ist 10 Meter lang und überspannt die volle Courtbreite. Die Netzpfosten dürfen höchstens 1,05 Meter hoch sein.
Wie hoch sind die Wände auf einem Padelplatz?
Die Stirnseiten sind insgesamt 4 Meter hoch: die unteren 3 Meter massiv oder aus Glas, darüber 1 Meter Metallgitter. Für die Seitenwände sind vier Varianten A bis D zugelassen, Glaspaneele messen 3 × 4 Meter, und die Einzäunung reicht ebenfalls bis 4 Meter.
Welche Beleuchtung braucht ein Padelplatz?
Nach DIN EN 12193 verlangt der Wettkampfbetrieb im Freien 500 Lux und in der Halle 750 Lux. Für reines Training genügen 200 Lux outdoor und 300 Lux indoor. Für Fernsehproduktionen sind 1000 Lux vertikal vorgesehen — der Unterschied ist auf dem Court deutlich spürbar.
Welche Farbe hat ein Padelplatz?
Empfohlen sind Grün, Blau und Terracotta als Belagfarben; Schwarz ist ausschließlich in der Halle zulässig. Als Beläge kommen Beton, Zement, Kunststoff oder Kunstrasen infrage. Die Ebenheit darf über eine Strecke von 3 Metern höchstens 3 Millimeter abweichen — größere Unebenheiten verfälschen den Absprung spürbar.


