Zählweise im Padel: von 15 bis zum Golden Point
- Gezählt wird wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel — bei 40:40 heißt der Stand offiziell Einstand, danach folgt Vorteil.
- Beim Golden Point entfällt der Vorteil: Bei 40:40 entscheidet ein einziger Punkt über das komplette Spiel.
- Beim Golden Point wählt das rückschlagende Paar, von welcher Seite es den Ball annimmt — und darf danach nicht mehr tauschen.
- Ein Satz geht bis sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung; bei 6:6 entscheidet ein Tie-Break bis sieben Punkte.
- Welches Format gilt, muss laut Regelwerk vor Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben werden — auch der Golden Point.
Wer aus dem Tennis kommt, kann im Padel sofort mitzählen — bis 40:40. Dort trennen sich die Wege: Entweder folgen Einstand und Vorteil wie gewohnt, oder ein einziger Punkt entscheidet das ganze Spiel. Beide Varianten sind offiziell zugelassen, und der Unterschied verändert Matches spürbar.
Die Zählweise in diesem Artikel folgt der offiziellen deutschen Übersetzung der FIP-Regeln (DTB/WTB, Ausgabe 2025), inklusive der dort verwendeten deutschen Begriffe Einstand, Vorteil, Aufschläger und Rückschläger.
Wie wird im Padel gezählt?
Im Padel wird in der Reihenfolge 15, 30, 40, Spiel gezählt — identisch zum Tennis. Der erste gewonnene Punkt eines Spiels bringt den Stand 15, der zweite 30, der dritte 40, der vierte das Spiel. Der Stand des aufschlagenden Paares wird dabei immer zuerst genannt.
Steht es 40:40, lautet der offizielle deutsche Begriff Einstand. Wer danach einen Punkt gewinnt, hat Vorteil; gewinnt er auch den nächsten, ist das Spiel entschieden. Verliert er ihn, geht es zurück auf Einstand — theoretisch endlos. Genau diese potenzielle Endlosschleife ist der Grund, warum es die zweite Variante überhaupt gibt.
Wer schlägt wann auf?
Innerhalb eines Spiels schlägt immer dieselbe Person auf; nach jedem Punkt wechselt sie die Seite. Nach Ende des Spiels geht das Aufschlagrecht an das gegnerische Paar. Beide Paare legen ihre Reihenfolge zu Satzbeginn fest und behalten sie bei. Die Regeln zum Aufschlag selbst stehen im Überblick zu den Padel-Regeln.
Was ist der Golden Point im Padel?
Der Golden Point ist die im Regelwerk als „No Advantage“ geführte Variante: Bei 40:40 entfallen Einstand und Vorteil, stattdessen entscheidet ein einziger Punkt über das gesamte Spiel. Wer ihn gewinnt, gewinnt das Spiel — unabhängig davon, wie eng der Rest verlief.
Der Sinn dahinter ist kein sportlicher, sondern ein organisatorischer. Spiele mit Vorteil können sich über viele Minuten ziehen, was Turnierpläne sprengt und Übertragungen unkalkulierbar macht. Der Golden Point deckelt die Dauer eines Spiels nach oben und macht Matches planbar — für Veranstalter, Spieler und Fernsehen gleichermaßen.
Wer wählt beim Golden Point die Seite?
Beim Golden Point entscheidet das rückschlagende Paar, von welcher Seite es den Ball annimmt. Es bestimmt also, wer von beiden den entscheidenden Return spielt und ob dieser Punkt über die rechte oder die linke Seite läuft. Einmal gewählt, darf die Position nicht mehr getauscht werden.
Das ist mehr als eine Formalie. In den meisten Paarungen ist eine Seite klar stärker besetzt — häufig die linke, auf der traditionell der abschlussstärkere Spieler steht. Der Golden Point erlaubt es der rückschlagenden Seite, diesen einen Ball gezielt an die eigene stärkere Hälfte zu legen. Wer die Wahl gedankenlos trifft, verschenkt einen echten Vorteil.
Für gemischte Wettbewerbe hält das Regelwerk zusätzlich fest: Der Aufschläger des entscheidenden Punktes hat dasselbe Geschlecht wie der zuvor aufschlagende Spieler. Die Aufschlagseite kann sich also nicht über den Golden Point neu sortieren.
Wie viele Sätze werden im Padel gespielt?
Ein Padel-Match geht über zwei Gewinnsätze, also best of three. Ein Satz ist gewonnen, wer sechs Spiele mit mindestens zwei Spielen Vorsprung erreicht — 6:4 und 6:3 zählen, 6:5 nicht. Beim Stand von 5:5 wird bis 7:5 weitergespielt.
Steht es 6:6, entscheidet ein Tie-Break bis sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Bei 6:6 im Tie-Break geht es weiter, bis eine Seite zwei Punkte Abstand hat. Der Tie-Break zählt als ein Spiel und beendet den Satz mit 7:6.
Was sind Mini-Satz und Match-Tie-Break?
Mini-Satz und Match-Tie-Break sind offiziell definierte Kurzformate, die Turniere zur Zeitersparnis einsetzen dürfen. Der Mini-Satz geht bis vier gewonnene Spiele statt bis sechs. Der Match-Tie-Break ersetzt den kompletten Entscheidungssatz durch einen Tie-Break bis zehn Punkte.
- Mini-Satz — Satzgewinn bereits bei vier Spielen; verkürzt jede Runde deutlich.
- Entscheidungs-Tie-Break bis 7 — regulärer Tie-Break als Satzentscheid.
- Match-Tie-Break bis 10 — ersetzt den dritten Satz komplett, zwei Punkte Vorsprung nötig.
- Golden Point — kein Vorteil bei 40:40, kombinierbar mit allen Formaten oben.
Diese Formate begegnen dir vor allem bei Breitensport-Turnieren mit vollen Zeitplänen. Bei Vereinsveranstaltungen und Americano-Runden wird ohnehin oft frei gezählt — was in Ordnung ist, solange es vorher klar ist. Einen Überblick über die deutsche Turnierlandschaft geben wir in Padel-Turniere in Deutschland.
Muss das Format vorher angekündigt werden?
Ja — das Regelwerk verlangt ausdrücklich, dass das gewählte Format vor dem Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben wird. Ob mit Vorteil oder Golden Point, ob Mini-Satz oder Match-Tie-Break: All das steht in der Ausschreibung und darf nicht nachträglich geändert werden.
Praktisch heißt das: Wenn du zum ersten Mal ein Turnier spielst, lies die Ausschreibung. Ein Match mit Golden Point spielt man anders als eines mit Vorteil, und das solltest du wissen, bevor du bei 40:40 stehst. Wer die deutschen Verbandsstrukturen und ihre Turnierserien noch nicht sortiert hat, findet die Erklärung unter DPV, DTB und wer wofür zuständig ist.
Was der Golden Point taktisch verändert
Der Golden Point verschiebt Gewicht auf einzelne Bälle und belohnt Nervenstärke stärker als Konstanz. In einem Spiel mit Vorteil kannst du einen schwachen Moment über mehrere Punkte wieder ausgleichen; beim Golden Point ist ein einziger fehlgeleiteter Return das Spiel.
Für das aufschlagende Paar
Der Aufschlag verliert an Schrecken, weil du ihn nur einmal durchbringen musst — aber der zweite Aufschlag wird zur Belastung. Viele Paare spielen im Golden Point bewusst einen sicheren ersten Aufschlag und gehen konsequent ans Netz, statt Tempo zu suchen. Der Fehler kostet hier mehr als der halbe Vorteil, den mehr Risiko bringt.
Für das rückschlagende Paar
Hier liegt der eigentliche Hebel: Seitenwahl und Rückschlag. Ein tiefer, ruhiger Return, der die Aufschlagseite am Netzangriff hindert, ist statistisch die undankbarere Aufgabe für die Gegenseite als ein riskanter Winner-Versuch. Wer das Wandspiel beherrscht, hat im Golden Point den längeren Atem — mehr dazu in Doppel-Taktik im Padel und Wandspiel.
Materialseitig ändert der Golden Point nichts an dem, was du brauchst — aber er belohnt Schläger, mit denen du auch unter Druck sauber platzierst. Wer bei entscheidenden Punkten regelmäßig zu ungenau wird, sollte eher Richtung Kontrolle als Richtung Power schauen; die Unterschiede erklärt unser Ratgeber zu Schlägerformen.
Alle Padel-Regeln von Aufschlag bis Wandspiel auf einer Seite:
Zum Regel-Überblick →Häufige Fragen
Wie zählt man im Padel die Punkte?
Gezählt wird wie im Tennis: 15, 30, 40, Spiel, wobei der Stand des aufschlagenden Paares zuerst genannt wird. Bei 40:40 heißt der Stand Einstand, danach folgt Vorteil. Ein Satz geht bis sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung, bei 6:6 entscheidet ein Tie-Break.
Was ist der Golden Point im Padel?
Der Golden Point ist die offiziell zugelassene Variante ohne Vorteil: Bei 40:40 entscheidet ein einziger Punkt über das gesamte Spiel. Das rückschlagende Paar wählt dabei, von welcher Seite es annimmt. Ziel des Formats ist eine kalkulierbare Spieldauer für Turnierpläne und Übertragungen.
Wer entscheidet beim Golden Point über die Seite?
Das rückschlagende Paar entscheidet, von welcher Seite es den entscheidenden Ball annimmt, und darf die Position danach nicht mehr wechseln. In gemischten Wettbewerben hat der Aufschläger des entscheidenden Punktes dasselbe Geschlecht wie der zuvor aufschlagende Spieler. Die Wahl ist taktisch relevant, nicht bloß Formsache.
Was ist ein Match-Tie-Break im Padel?
Der Match-Tie-Break ersetzt den kompletten Entscheidungssatz durch einen Tie-Break bis zehn Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Er gehört zu den im Regelwerk vorgesehenen Kurzformaten, ebenso wie der Mini-Satz bis vier Spiele. Turniere nutzen ihn, um volle Zeitpläne überhaupt durchspielen zu können.
Muss der Golden Point vorher angekündigt werden?
Ja. Die offizielle deutsche Übersetzung der FIP-Regeln (DTB/WTB, Ausgabe 2025) verlangt, dass das gewählte Zählformat vor Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben wird. Das gilt für den Golden Point ebenso wie für Mini-Satz oder Match-Tie-Break. Nachträgliche Änderungen sind nicht vorgesehen — du findest das Format also in der Ausschreibung.


